Unser Kirchentagebuch 6

Der heutige Tagebucheintrag ist von:
Thomas Schmidt, Priester im Gallus

Dienstag, 24.3.2020

Der 24.3.2020 ist für mich ein sehr wichtiger Gedenktag. Zwei Ereignisse kommen zusammen, die für mein Leben von großer Bedeutung sind.

Einmal ist es der Tag der Ermordung von Erzbischof Romero, der sich in diesem Jahr zum 40. Mal jährt. Romero wurde ermordet, weil er sich konsequent für die Armen seines Landes eingesetzt hat und die Verantwortlichen für ihr Elend und für die Gewalt gegen sie beim Namen genannt hat. Es ist die „Ehre Gottes, dass der Arme lebt“, hat er in Löwen (Belgien) bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde gesagt. Er wusste, dass er sterben muss. „Mich können sie töten, aber nicht die Stimme der Gerechtigkeit“. Diese Aussage ist unsere Verpflichtung. Im Deutschlandfunk lief am Sonntagmorgen eine gute Sendung über ihn. Hier der Link zum Nachhören:

Das zweite Ereignis ist die 75. Wiederkehr des Todesmarsches, auf den die verbliebenen Häftlinge des KZ Katzbach in den Adlerwerken im Gallus nach Buchenwald getrieben wurden. MITTEN UNTER UNS geschah dieses Unrecht. Wir dürfen es nicht vergessen und müssen dafür sorgen, dass so etwas nie wieder geschieht. Ihm wollten wir bei einer Mahnwache gedenken, die nun virtuell stattfinden wird. Dort halte ich auch eine Rede. Sie kann verfolgt werden unter:

KZ-Adlerwerke – virtuelle Kundgebung

Auch in dieser schwierigen Krisenzeit geht unsere internationale Solidarität und unser Einsatz gegen Faschismus und Menschenverachtung weiter.

E-Mail:  t.schmidt@katholischimgallus.de

Eine Bitte: Nicht alle unsere Gemeindemitglieder haben die Möglichkeit, unser Tagebuch online zu verfolgen. Falls Sie jemanden kennen, der nicht im Internet ist: Drucken Sie den Text aus und bringen sie ihn (vielleicht bei einem Spaziergang?) vorbei. Vielen Dank!

2 Gedanken zu „Unser Kirchentagebuch 6

  1. Vielen Dank für diesen wichtigen Tagebucheintrag. Er erinnert mich daran, gerade in diesen Tagen besondere Personen und Ereignisse nicht zu vergessen. Aktuelle Bilder aus den Medien zeigen mir, wie Armut und Ungerechtigkeit in Südamerika eine Bekämpfung der Corona-Viren verhindern. Und die Ereignisse in Halle und Hanau in den letzten Monaten machen mir klar: Das Eintreten gegen Rassismus und Faschismus in unserem Land ist wichtiger denn je.

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