Unser Kirchentagebuch 39

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Der heutige Tagebucheintrag ist von:
Stefan Hofer, Pastoralreferent

Sonntag, 26. April 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

am heutigen 3. Sonntag der Osterzeit agieren wir immer noch vorsichtig und es sieht so aus als ob es eine ganze Zeit lang so bleiben würde. Im Evangelium (Joh 21,1-14) haben wir es aber mit jemandem zu tun, der gar nicht vorsichtig ist, Petrus. Wir kennen ihn als einen, der sich mehr wagt, als er kann, indem er versucht über das Wasser zu laufen und kleingläubig scheitert, und als einer der vollmundig verkündet, er steht zu Jesus, um ihn kurz danach dreimal zu verleugnen. Doch heute geht er wieder fischen, so wie damals als er Jesus zum ersten Mal begegnet ist.

Doch: diese Begegnung verläuft anders. Ein Jünger, der, den Jesus liebte, erkennt den Auferstandenen und sagt zu Petrus: Es ist der Herr! Und Petrus hält nichts mehr, er springt in den See und holt alle Fische rein. Er strotzt vor Energie und zieht das Netz an Land mit 153 Fischen. Eine symbolische Zahl, die auf die Anzahl aller damaligen bekannten Völker hinweist und auch mathematisch eine interessante Zahl ist. Die Summe der Zahlen von 1 bis 17 ergibt 153. Petrus ist jedenfalls erfüllt von neuer Kraft und neuem Geist. Das hört man auch in dem Abschnitt der Apostelgeschichte, der heutigen Lesung (Apg 2, 14.22-33). Und daraus wird dieser Petrus wie er uns heute überliefert ist, der nach Rom geht, den Glauben verkündet, ein Anführer ist und für seinen Glauben in den Tod geht. Was für eine Verwandlung.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in der jetzigen „Ruhe“ Kraft finden für Ihre Verwandlung, für Ihren Weg, für Ihre Energie.

Einen gesegneten Sonntag wünscht Ihnen

Stefan Hofer, Pastoralreferent

 

——————————————————————————————————————————-

Lesung aus der Apostelgeschichte  –  Apg 2, 14.22–33

Am Pfingsttag trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden:
Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte!
Jesus, den Nazoräer, einen Mann, den Gott vor euch beglaubigt hat durch Machttaten, Wunder und Zeichen, die er durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – ihn, der nach Gottes beschlossenem Willen und Vorauswissen hingegeben wurde, habt ihr durch die Hand von Gesetzlosen ans Kreuz geschlagen und umgebracht.

Gott aber hat ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt; denn es war unmöglich, dass er vom Tod festgehalten wurde. David nämlich sagt über ihn:
Ich hatte den Herrn beständig vor Augen. Denn er steht mir zur Rechten, dass ich nicht wanke. Darum freute sich mein Herz und frohlockte meine Zunge und auch mein Leib wird in Hoffnung wohnen; denn du gibst meine Seele nicht der Unterwelt preis, noch lässt du deinen Frommen die Verwesung schauen. Du hast mir die Wege zum Leben gezeigt, du wirst mich erfüllen mit Freude vor deinem Angesicht. Brüder, ich darf freimütig zu euch über den Patriarchen David reden: Er starb und wurde begraben und sein Grabmal ist bei uns erhalten bis auf den heutigen Tag. Da er ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm einen Eid geschworen hatte, einer von seinen Nachkommen werde auf seinem Thron sitzen, sagte er vorausschauend über die Auferstehung des Christus: Er gab ihn nicht der Unterwelt preis und sein Leib schaute die Verwesung nicht. Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen. Zur Rechten Gottes erhöht, hat er vom Vater den verheißenen Heiligen Geist empfangen und ihn ausgegossen, wie ihr seht und hört.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes   –     Joh 21, 1–14

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus:
Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das  Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren,
zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal,
dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.