Unser Kirchentagebuch 5

 

Der heutige Tagebucheintrag ist von:
Verena Nitzling
Gemeindereferentin

Montag, 23. März 2020

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche mit allen Herausforderungen, Höhen und Tiefen, die da auf uns warten. Es ist die zweite Woche, in der der Kindergarten und die Schulen geschlossen sind. Viele Arbeitsplätze wurden ins Home-Office verlegt. Und vor allem die Menschen im medizinischen Arbeitsfeld kämpfen ganz besonders darum, dass wir nun endlich alle zuhause bleiben, um unsere Nächsten und uns selbst vor dem Coronavirus zu schützen. Die Liste ist lang, was in den letzten Tagen alles abgesagt wurde, die Ängste, wenn es um die persönliche Existenz geht, werden größer und die Solidarität miteinander und füreinander zu beten, steigt in den sozialen Medien.  Der Alltag vieler Menschen wird derzeit auf den Kopf gestellt. Wir brauchen feste Strukturen, um in diesem Chaos die Balance halten zu können. Sorgen Sie bitte gut für sich und versuchen Sie in dieser schweren Zeit, das Positive nicht aus dem Auge zu verlieren. Da sein und die Dinge genießen können, die derzeit auch da sind, z.B. Familienzeit, die Natur, die Sonne, etc.

Es ist eine große Herausforderung für uns alle, die Geduld, Kraft und Verantwortung von uns fordert – für uns selbst und unsere Mitmenschen. Herausforderung bedeutet für mich an diesem heutigen Tag:

Hände waschen

Einsamkeit aushalten und soziale Kontakte mit Hilfe der Medien pflegen

Raus in den Garten gehen oder sich auf den Balkon setzen – gönnen Sie es sich

Aufeinander achten in der Ehe, Familie, WG aber auch alleine – wer braucht was, damit es friedlich bleibt

Ubi Caritas – Gott ist die Liebe

Sonne tanken

Füreinander da sein – in Gedanken und im Gebet

Online die vielen Angebote wahrnehmen, die es derzeit bei Kirche und im Bereich der Nachbarschaftshilfen gibt

Ruhe / Stille bewusst erleben und aushalten lernen

Danke sagen – machen die Kinder in meinem Online-Corona-Kinder-Projekt heute auch (Ärzte, Apotheker,  Pflegekräfte, Kassiererinnen, Psychotherapeuten, etc.)

Einkaufen, nicht hamstern

Rufen Sie an, wenn Sie jemanden zum Reden brauchen. Das Pastoralteam ist für Sie telefonisch erreichbar.

Unser Glaube hält und trägt uns durch diese schwere Zeit.

Nächstenliebe heißt derzeit: Abstand halten

Geduldig sein und bleiben – Barmherzigkeit fängt bei mir an.

„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott.“ (Jes 41,10)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen kostbaren Tag und einen guten Start in die neue Woche sowie eine gesegnete Zeit, bis wir uns hier im Kirchentagebuch wieder lesen.

Bleiben Sie gesund!
Ihre Verena Nitzling

Eine Bitte: Nicht alle unsere Gemeindemitglieder haben die Möglichkeit, unser Tagebuch online zu verfolgen. Falls Sie jemanden kennen, der nicht im Internet ist: Drucken Sie den Text aus und bringen sie ihn (vielleicht bei einem Spaziergang?) vorbei. Vielen Dank!

 

8 Gedanken zu „Unser Kirchentagebuch 5

  1. Dieser Text gefällt mir sehr gut und macht Mut für den Tag.
    Diese HERAUSFORDERUNG bildet aber auch ein stabiles Halteseil für die vielen Tage während der Corona-Krise, die noch kommen werden. Ich werde es mir ausdrucken um es, wenns mal schwierig ist, wieder zu lesen.
    Danke!

    1. Danke, das freut mich sehr. Ja, wir alle brauchen in diesen Tagen gerade Halt, Mut und Geduld.
      Das gesamte Pastoralteam ist für Sie, liebe Gemeinden da. Wenn es schwierig wird, melden Sie sich gerne bei uns. Wir hören Ihnen zu und halten die Situation mit Ihnen aus. Sonnige Grüße, Verena Nitzling

    1. Danke, lieber Bernhard. Wie sieht Dein Buchstabieren von Herausforderung aus? Vielleicht möchtest Du es mit mir und den LeserInnen teilen.
      Bleibt gesund, Verena

  2. Ein sehr ermutigendes Tagebuch! Jetzt ist Solidarität das Gebot der Stunde – Zusammenrücken bei räumlicher Distanz! Die Welt wird nach Corona eine Andere sein. So oder so. Die Natur erholt sich jetzt schon von unseren Unweltsünden! Hoffentlich gelingt es, dass wir uns auch in Zukunft etwas mehr auf menschliches Miteinander statt “ jede*r für sich“ besinnen!

    1. Danke, liebe Katinka. Die Natur erblüht gerade und wir dürfen uns täglich daran erfreuen. Heute werden wir mit einem blauen Himmel und wärmenden Sonnenstrahlen beschenkt. Nehmen Sie es wahr und genießen Sie es.
      Solidarität – was heißt es für Sie, liebe Leserinnen und liebe Leser in diesen Tagen. Lassen Sie uns miteinander im Kontakt über meinen heutigen Impuls bleiben.

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