Das Wochenwort 19

Vertrauen, das uns trägt

 

Das heutige Wochenwort kommt von:
Pfr. Juraj Sabados

Sonntag, 18. Oktober 2020

 

Vertrauen, das uns trägt

Ich möchte etwas Gutes tun, ich möchte etwas erreichen, ich möchte Angst in mir bewältigen, ich möchte Gott in meinem Leben spüren…

Es gibt viele Wünsche in uns, die nicht immer in Erfüllung gehen. Wir möchten etwas erreichen, etwas besitzen, etwas haben, was fehlt…

Wie sollen wir aber mit unseren Sehnsüchten klar kommen? Wie mit ihnen umgehen?

Vielleicht kann uns diese Geschichte helfen:

Ein junger Jude kam zu seinem Rabbi und sagte: „Ich möchte gerne zu dir kommen und dein Jünger werden.“ Da antwortete der Rabbi: „Gut, das kannst du, ich habe aber eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten: „Liebst du Gott?“

Da wurde der Schüler traurig und nachdenklich. Dann sagte er: „Eigentlich, lieben, das kann ich nicht behaupten.“

Der Rabbi sagte freundlich: „Gut, wenn du Gott nicht liebst, hast du Sehnsucht, ihn zu lieben?“

Der Schüler überlegte eine Weile und erklärte dann: „Manchmal spüre ich die Sehnsucht sehr deutlich, aber meistens habe ich so viel zu tun, dass diese Sehnsucht im Alltag untergeht.“

Da zögerte der Rabbi und sagte dann: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, hast du dann Sehnsucht, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“

Da hellte sich das Gesicht des Schülers auf und er sagte: „Genau das habe ich. Ich sehne mich danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben.“

Der Rabi entgegnete: „Das genügt. Du bist auf dem Weg.“

(Der Rabbi und der Schüler: Auf all unsren Wegen. Worte die begleiten)

Wie sollen wir mit unseren Wünschen und Sehnsüchten klar kommen, besonders wenn sie nicht schnell in Erfüllung gehen? Vielleicht können wir damit anfangen sie wahrzunehmen. Und uns auch darüber freuen, dass wir noch Wünsche, Ziele und Sehnsüchte haben. Vor allem gilt das für die Sehnsucht nach Gott. Durch diese Sehnsucht sind wir Gott schon begegnet.

Und noch etwas:

Am 22.10. ist der Gedenktag des Hl. Papstes Johannes Paul II. Er war ein Papst, der seinen Dienst mit den Worten Jesu angefangen hat: „Habt keine Angst!“

Gerade heute in Zeiten von Corona, wo viele in ihren Ängsten leben, sollten wir uns von der mutmachenden Lebensweise dieses großen Heiligen Papstes Johannes Paul II. anstecken lassen.

Wir müssen Abstand halten. Momentan ist Kontakt nur distanziert möglich. Aber eines ist trotz allem immer möglich – auch jetzt: dass wir uns ganz und gar auf Christus verlassen. Immer und überall.

Vertrauen, das uns trägt

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